Sturzflutmanagement

Sturzflutmanagement der Gemeinde Schwaigen

Der Klimawandel führt zu einer Zunahme extremer Wetterbedingungen, wodurch Starkregenereignisse immer häufiger auftreten. Auch unsere Gemeinde war bereits mehrfach, zuletzt im Juni 2024, von einem solchen Ereignis betroffen. Um für zukünftige Ereignisse dieser Art gewappnet zu sein, hat sich die Gemeinde Schwaigen intensiv mit den Risiken von Starkregen auseinandergesetzt und bereits 2018, nach einem Starkregenereignis, mit der Erstellung eines umfassenden Konzeptes zur Bewältigung von Sturzflutgefahren begonnen und bereits 2022 abgeschlossen.

Was versteht man unter einer Sturzflut?

Eine Sturzflut entsteht durch kurzzeitige, heftige Niederschläge und kann innerhalb kürzester Zeit zu einer gefährlichen Überflutung führen. Die genaue Lage und Intensität einer Sturzflut sind schwer vorherzusagen, sodass die Vorwarnzeit meist nur sehr kurz ist. Daher kann eine Sturzflut überall vorkommen, unabhängig davon, ob ein großer Fluss in der Nähe ist oder nicht. Wenn der Boden den Niederschlag nicht aufnehmen kann, fließt das Wasser an der Oberfläche ab und kann besonders in steilerem Gelände sehr hohe Fließgeschwindigkeiten erreichen.

Von Hochwasser wird gesprochen, wenn ein Gewässer über seine Ufer tritt.

 

Maßnahmen der Gemeinde Schwaigen

Um mögliche Sturzflutgefährdungen besser einschätzen zu können, hat die Gemeinde Schwaigen das Ingenieurbüro Kokai GmbH beauftragt, Simulationen verschiedener Starkregenereignisse im Gemeindegebiet durchzuführen. Diese Untersuchungen ermöglichten eine detaillierte Risikobewertung und die Darstellung der Fließwege.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in kommunale Planungen ein, darunter Sanierungsprojekte und städtebauliche Maßnahmen. Zudem wird besonders die Eigenvorsorge betont – ein wichtiger Schritt zur Minimierung persönlicher Risiken. Mithilfe der Karten können Bürgerinnen und Bürger ihr eigenes Gefahrenpotenzial besser einschätzen.

Ergebnisse und wichtige Hinweise

Die vorliegenden Starkregenkarten zeigen, wie sich das Wasser im Falle eines Starkregenereignisses ausbreiten kann. Dabei lassen sich sowohl die Fließrichtung als auch die mögliche Wasserhöhe in den betroffenen Bereichen ablesen.

Grundlage der Darstellung ist eine Worst-Case-Simulation. Dabei wird beispielsweise angenommen, dass Sinkkästen verstopft, die Kanalisation überlastet ist oder anfallendes Wasser aufgrund hoher Fließgeschwindigkeiten nicht schnell genug aufgenommen werden kann. Das dargestellte Szenario muss nicht eintreten, zeigt jedoch auf, welche Auswirkungen im ungünstigsten Fall möglich sind.

Die Ergebnisse bilden gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die Starkregenvorsorge der Kommune. Gefährdete Bereiche und mögliche Handlungsfelder werden sichtbar und können bei der Planung und Priorisierung von Maßnahmen berücksichtigt werden. Die Umsetzung der kommunalen Maßnahmen erfolgt dabei schrittweise und orientiert sich insbesondere an der jeweiligen Gefährdung und Dringlichkeit.

Starkregenvorsorge ist jedoch eine gemeinsame Aufgabe. Neben den kommunalen Maßnahmen bleibt auch die Eigenvorsorge jedes Einzelnen von großer Bedeutung. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sowie Anwohnerinnen und Anwohner können durch geeignete Vorsorgemaßnahmen dazu beitragen, mögliche Schäden am eigenen Gebäude und Grundstück zu vermeiden oder zu reduzieren.

Die Starkregenkarten sollen daher nicht nur mögliche Gefahren aufzeigen, sondern auch dabei helfen, konkrete Vorsorgemaßnahmen abzuleiten und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Starkregenereignissen zu erhöhen.

Eigenvorsorge
Trotz aller Maßnahmen bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Daher ist es ratsam, sich möglichst frühzeitig mit den Auswirkungen von Hochwasser und Sturzfluten auseinanderzusetzen. Schutzmaßnahmen wie eine Elementarschadenversicherung oder ein Notfallplan können dabei helfen, Schäden zu begrenzen. Informationen zu baulichen Schutzmaßnahmen am eigenen Gebäude sind ebenfalls wichtig. Falls es zu einer Sturzflut kommt, sollten gefährdete Bereiche wie Kellerräume oder Tiefgaragen umgehend verlassen und unbedingt gemieden werden. Es ist zudem zu beachten, dass Türen durch Wasserdruck blockiert und Fluchtwege eingeschränkt sein können.
Am Ende der Seite finden Sie hilfreiche Informationen zum Thema Vorsorge und Wetterwarnungen.

Weitere Information finden sie hier:
Hochwasser-Eigenvorsorge: Fit für den Ernstfall
Leitfaden Starkregen: Objektschutz und bauliche Vorsorge: Bürgerbroschüre
Wann trifft uns das Wasser? – Broschüren-Serie
Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

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